Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 3

Direkt zu den Fotos

Bevor der Wandertag beginnen kann müssen wir erst einmal wieder nach Handeloh. Um eine weitere Wanderbegleitung bereichert werden wir dieses Mal mit dem Auto nach Handeloh gebracht und starten genau an der Stelle wo wir gestern angekommen sind.

Die ersten Meter mache ich mit mulmigem Gefühl. Trotz guter Wanderstiefel habe ich es geschafft mir eine Blase unter dem Ballen zu laufen, die trotz ordentlicher Versorgung etwas schmerzt. Das nun 24km vor mir liegen statt der entspannten 14 auf die mein Kopf sich eingestellt hat, lassen mich lieber etwas gemächlicher und gleichmäßiger gehen als die ersten beiden Tage. Lieber spät im Hotel ankommen als gar nicht.

Anfänglich noch den Bahnschienen folgend biegt der Weg bald ab in dichten Wald und schlängelt sich an der Seeve entlang. Ohnehin etwas gemütlicher unterwegs als meine Begleiter und durch das fotografieren noch langsamer verlieren wir uns in dem dichten Gehölz schnell aus den Augen. Hier reicht es schon hundert Meter zurück zu fallen und man wähnt sich ganz alleine. Es ist ein sehr seltsames Gefühl so alleine unterwegs zu sein. Zuerst fühle ich mich etwas verloren, dann aber, so ohne Gesprächspartner wird der Wald immer lauter und man beginnt mehr und mehr Vögel und andere Tiere zu hören, auf die man bisher nicht geachtet hat. Irgendwie wird alles intensiver.

Gerade dieser erste Abschnitt im Wald ist unglaublich schön und wenn ich nicht so viel vor mir hätte, könnte ich Stunden bleiben. Kurz vor Wesel weicht der Wald dem Anblick von Weizen, Roggen und Rapsfeldern. Darüber kreisen Rohrweiden auf der Suche nach Beute. Rauchschwalben schießen im aberwitzigen Tempo dicht über den Boden.

Inzwischen sind die ersten zehn Kilometer geschafft und mein Fuß meldet sich mehr und mehr. Entlang der Weseler Heide geht es weiter. Was mir zum ersten Mal, wo ich so für mich alleine wandere auffällt ist, dass man ständig einen Kuckuck hört. Aber egal wie dicht ich seinem Ruf auch komme, zu sehen bekomme ich ihn während der ganzen Wanderung kein einziges Mal.

In Undeloh hole ich meine Reisebegleitung in einem Kaffee wieder ein. Eine ausgiebige Pause haben wir die letzten beiden Tage nie wirklich gemacht. Meist hier und da mal fünf oder fünfzehn Minuten, nicht mehr. Heute gönne ich meinem Fuß fast eine ganze Stunde, damit die Blase sich wieder beruhigen kann. Ich hätte nun die Wahl den Weg beträchtlich abzukürzen und entlang der Hauptstraße nach Wilsede zu gehen. Aber ich bin nicht bereit mich bereits am dritten Tag von einer Blase aufhalten zu lassen. Außerdem weigere ich mich mir ein riesiges Stück Heide entgehen zu lassen.

Eine Mühe die sich absolut lohnen soll. Der breite Weg arbeitet sich Stück für Stück in die Höhe, führt an Pferdekoppeln vorbei und über Rinderweiden hinweg. Nach fast fünf Kilometern durch die Heide bietet sich eine umwerfend schöne Aussicht über ein kleines, längliches Tal durch das ich eben noch gewandert bin.

Wie ich an einem Wegweiser erstaunt feststelle befinde ich mich auf einem Teilstück des Jakobswegs. Jetzt kann ich also mit Fug und Recht behaupten auf ihm gewandert zu sein. Andere Auswirkungen kann ich aber zu meinem Bedauern nicht feststellen.

Das mehr als verschlafene Wilsede erreiche ich nach über neun Stunden. Die Füße brennen, jedoch nicht so sehr wie am ersten Tag und auch die Muskulatur tut eisern ihren Dienst. Ich hatte damit gerechnet das der Rücken mit dem Kamerarucksack sich meldet, aber davon ist nichts zu merken. Lediglich die Blase sorgt für ein unrundes laufen.

Zu Tag 1

Für die ganze Galerie auf eines der Bilder klicken

Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 2

Direkt zu den Fotos

Vor uns liegt ein sonderbarer Tag. Wir wandern 15 Kilometer von Buchholz nach Handeloh, steigen dort in die Bahn und fahren zurück nach Buchholz. Grund dafür ist, dass es in Handeloh nur ein Hotel gibt und das ist ausgebucht. Hat es gestern Abend noch geregnet ist es heute wieder trocken und scheint auch so zu bleiben. Unser Hotel liegt so weit südlich in Buchholz und damit ein gutes Stück abseits des Heidschnuckenwegs, das wir beschließen nicht zurück und einmal quer durch die Stadt zu laufen, sondern Buchholz südlich zu umgehen und dann den Wanderweg wieder aufzunehmen. Ich bin eh kein großer Fan von Stadtarchitektur und verpasse daher mit der Kamera nichts.

Jetzt mit anständiger Wanderkarte ausgerüstet lässt sich dem Weg viel leichter folge. Zudem haben wir uns langsam an die Ausschilderung gewöhnt. An Kreuzungen muss man öfters mal einige Meter weit zurück oder in die möglichen Abzweiger hinein um das nächste “H” zu finden.

Eine Weile lang führt uns der Weg an den Bahnschienen lang bevor er nach Westen abbiegt. Von nun an geht es durch wunderschönen dichten Wald immer leicht Bergauf. Ganz oben auf dem Brunsberg angekommen bietet sich uns eine fantastische Aussicht, das zur Blüte atemberaubend schön sein muss. Ich nehme mir reichlich Zeit für Panoramen und noch mehr Fotos. Da es auf dem Berg extrem windig ist und meiner Begleitung kalt wird, bin ich ab da alleine unterwegs. Zwar geht mein Weg kurz am Ortsrand von Holm-Seppensen vorbei, doch viel sieht man davon nicht. Das Gefühl von Natur bleibt ungestört.

Kurz bevor wir den Pferdekopf erreichen treffen wir das erste Mal auf Ziegen und Heidschnucken. Und zwar verdammt viele. Sehr viele. Zwar alle in einem Gehege hinter einem Zaun, aber sie kommen alle an und blöken und meckern. Mit den Erfahrungen von gestern nutze ich die Gelegenheit für eine sehr lange Zeit Pause zu machen. Man muss es ja nicht gleich am zweiten Tag noch einmal übertreiben. So brauche ich für etwa zehn Kilometer weniger gerade eine Stunde weniger als gestern. Meine Füße danken es mir aber.

Ich merke die Vorbelastung dann doch und bin nicht unglücklich über die kurze Strecke. So kommt auch durchaus etwas Freude auf den Bahnhof in Handeloh erreicht zu haben. Mittels Bahn und Taxi zurück im Hotel und beim Abendessen wird die Route für den nächsten Tag geplant. Dabei fällt auf, dass anders als bei der Planung angegeben die nächste Strecke nicht 14, sondern 24 Kilometer beträgt. Das ist dann zum Abschluss des Tages noch einmal ein kleiner Dämpfer.

Tag drei folgt dann in einer Woche. Bis dahin.

Zu Tag 1

Für die ganze Galerie auf eines der Bilder klicken

Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 1

Direkt zu den Fotos

Morgens um halb sechs klingelt der Wecker. Ein letztes Mal das Gepäck kontrollieren, Frühstücken und Proviant einpacken. Vor mir liegen knapp 150km in sieben Tagen. Zwar wird mein Gepäck von Tagesziel zu Tagesziel gebracht, aber mit knapp 15 Kilo Fotoausrüstung habe ich mir einiges vorgenommen. Zu viel?

Bevor es überhaupt richtig los gehen kann geht es mit Sack und Pack aus dem Hamburger Norden in den Süden, zum Hotel Deutsches Haus in Neugraben. Hier kann ich meine Reisetasche abgeben, meine Kamera auspacken und mich ein letztes Mal darauf einstellen auf was ich mich da eingelassen habe.

Nach noch einmal zwei Kilometern bin ich endlich am Start. Es ist halb zwölf, die ersten fünf Kilometer liegen hinter mir, sechsundzwanzig noch vor mir, aber den Füßen geht es gut, die Wanderschuhe tuen ihren Dienst und ohne Reisetasche und das Gewicht des Kamerarucksacks auf die Hüfte gebracht läuft es sich schon viel leichter. Also erstmal eine kleine Pause einlegen und noch einmal zu überlegen. Die erste Etappe ist die längste, ich bin zwar in Übung aber nicht auf eine solche Strecke eingelaufen, eine Karte bekomme ich erst heute Abend und ich bin noch nie einem Wanderweg gefolgt. Zum Glück bin ich auf meinem Weg nicht alleine.

Es braucht keine hundert Meter bis der Anblick der seichten Hügel über die sich die Heide legt, einen verzaubern und alle Sorgen beiseite fegen. Das kann nur grandios werden. In vielen Windungen drückt sich der Weg um und über Hügel hinweg, alle paar Meter ändert sich die Aussicht. Es braucht knapp zwei Kilometer bis wir den Wanderweg verloren haben. Zum Glück hat das Handy noch Empfang und der aus unbekanntem Grund eingepackte Kompass erweist sich als sehr nützlich.

Die Heide weicht dichtem Wald der nur so vor Mountainbikern wimmelt. Die Harburger Berge sind scheinbar ideal für einen Tagesausflug. Leider kann uns keiner helfen den Weg wieder zu finden. Also heißt es weiter mit Handy und Kompass orientieren. Kurzzeitig sichten wir dann auch wieder das weiße “H”, dass uns den Weg weist. Nur um es nach ein paar Kilometern wieder zu verlieren. insgesamt verlieren wir den Wanderweg an diesem Tag drei Mal, laufen Umwege und ungewollte Abkürzungen.

Unser erstes Ziel für diesen Tag heißt Buchholz. ein Ort der noch immer in weiter Ferne zu liegen scheint und einfach nicht näher kommen will.

Blick auf Langenrehm

Da wir spät gestartet sind und nicht zu spät am Hotel ankommen wollen laufen wir viel zu schnell, vor allem bei Temperaturen von über 25°C. Auf etwa halber Strecke neigt sich unser Wasservorrat dem Ende entgegen. Langsam fällt es schwer diesen landschaftlich so schönen Auftakt zu würdigen.

Um so dichter wir an Buchholz kommen, um so mehr bemerkt man die Autobahn und die Bundesstraße. Teilweise führt uns unser Weg direkt daran entlang. Ohne etwas fürs Auge werden die letzten Kilometer zu einem vor allem mentalen Kampf. Erstaunlichweise geht es körperlich sogar. Die Füße schmerzen zwar bei jedem Schritt, doch die Muskeln geben noch nicht auf. Lediglich der Kopf schreit wenn jeder Blick auf das Handy sagt: Noch vier Kilometer. Irgendwie sind es immer vier Kilometer. Egal wie weit man gelaufen ist, es bleibt dabei und so kann ich es kaum glauben als wir plötzlich fast am Hotel sind und es nach gerade einmal siebeneinhalb Stunden geschafft haben 26 Kilometern zu wandern.

Zum Abendessen wird dann zwar mehr gehumpelt als gelaufen, doch es geht nach einer kleinen Pause schon wieder. Zwischenzeitlich mochte ich gar nicht daran denken das ich am nächsten Tag wieder wandern muss. Ich hätte nicht gewusst wie ich mich dazu hätte überreden sollen. Bei einem ausgiebigen Abendessen fällt die Vorstellung schon deutlich leichter. Schließlich sind es morgen ja nur 15 Kilometer.

Tag zwei folgt dann in einer Woche. Bis dahin.

Für die ganze Galerie auf eines der Bilder klicken

Geltinger Birk

eingetragen in: Fotografie, Landschaften 0

Aus jeder Tour, aus jedem Shooting kann man etwas lernen, wenn man denn möchte. Und so habe ich einiges aus meinem Besuch der Geltinger Birk an der Flensburger Förde gelernt.

Flaches Land, durchzogen von kleinen Wäldchen, Seen und Deichen; bevölkert von Vögeln, Pferden und Ziegen. Ein Abwechslungsreichtum der meine Erwartungen übertroffen und mich fotografisch am Ende auch überfordert hat. Das ist für mich eine der wichtigsten Erfahrungen aus diesem Ausflug: Lass dir Zeit und dich nicht hetzen, sonst entstehen Fehler die nur schwer wieder zu beseitigen sind. So tat mir dieses Mal die Durchsicht der Fotos fast weh. So viel unbrauchbar aufgrund von Unachtsamkeit. Ich hatte mich bei der Planung für die große Runde entschieden und war am Ende gehetzt von der Uhr und der Strecke die noch vor mir lag.

Ich hatte mich zwar ohnehin nach den ersten Minuten entscheiden mindestens ein zweites Mal her zu kommen, jedoch wäre es mir mit einer positiveren Vorgeschichte lieber gewesen. Am Ende sind doch ein paar sehr schöne Bilder entstanden die ich euch gerne zeigen möchte.

Wart ihr schon einmal auf der Geltinger Birk? Wie war euer Eindruck?

16.08.28 Geltinger Birk
Für die ganze Galerie auf eines der Bilder klicken

 

Boltenhagen

eingetragen in: Fotografie, Landschaften, Städte 0

In den letzten Wochen habe ich einiges an Zeit mit den Vorbereitungen für mein Kleingewerbe zugebracht, daher blieb nicht so viel Zeit für neue Fotos. Aber etwas Ablenkung zwischendurch muss sein und dafür bin ich dieses Mal an die Ostsee gefahren. Genauer nach Boltenhagen. Ich kenne den Ort noch von früher und war lange nicht mehr dort. Grund genug sich dort mal wieder die Beine zu vertreten.

16.06.04 Boltenhagen
Für die ganze Galerie auf eines der Bilder klicken

Schottland – Tag 15

eingetragen in: Allgemein 0

Ein letztes Mal melde ich mich noch. Heute ohne große Fotogalerien sondern mit einer kleinen Zusammenfassung dessen was wir in Schottland gelernt haben. Falls jemand von euch ebenfalls einen Urlaub im Norden “der Insel” plant, darf er gerne davon profitieren.

Anreise:
Auch wenn es bedeutend aufwändiger ist, wer die Zeit hat sollte mit der Fähre aus Amsterdam anreisen. Auch wenn es ungleich länger dauert als mit dem Flugzeug so hat man doch mehr Gelegenheit Leute kennen zu lernen, schon während der Anreise etwas zu sehen und es ist in den meisten Fällen auch deutlich billiger.

Mobilität vor Ort:
Eine ganz klare Empfehlung zum Mietwagen. Der schottische Nahverkehr ist ziemlich mau und fährt schon gar nicht in die Touristisch interessanten Gebiete. Er ist eben primär dafür da Schotten von einer Stadt in die nächste zu befördern. Wer dann die Highlights sehen will muss wieder Bustouren engagieren die ihre festen Ziele anfahren und bei denen man sich auch an andere reisende bindet. In der Summe kommt man nicht billiger weg als bei einem Mietwagen.
Für diesen sollte man dann zwei Dinge beachten:
1. Freie Kilometer. Ich bin in den Tagen knapp 2000 Meilen gefahren um uns über die Insel zu bringen. Bei einer Kilometerpauschale hätten wir uns deutlich mehr zurück gehalten und vieles nicht gesehen.
2. Vollkaskoversicherung. Ja die ist teuer. Wir haben auch geschluckt bei 20$ pro Tag. Allerdings wird es auf Supermarkparkplätzen oder durch Rollsplit Kratzer im Auto geben und eine Selbstbeteiligung von 900$ ist dann doch deutlich mehr.
Die schottischen Straßen sind im Übrigen aller erste Sahne. So lange man nicht gerade eine Hofauffahrt vor sich hat sind alle Wege gut asphaltiert und die Fahrbahn wird ständig erneuert. Selbst auf den abgelegensten Straßen liegt ein guter Belag der jedes Offroadfahrzeug unnötig macht.
Ein kleiner Tipp noch: Die Schotten sind ein sehr freundliches Volk und sehr hilfreich gegenüber Touristen aber sie hängen im Verkehr nicht gerne hinter ihnen fest. Seid so nett und fahrt hin und wieder links ran und lasst sie vorbei. Sie werden es auch danken.

Unterkünfte:
Ich bin in diesem Urlaub ein Freund von Bed & Breakfast geworden. Diese werden meist von Familien betrieben und man lernt auf diesem Wege unglaublich viel spannendes über die Orte und Sehenswürdigkeiten. Davon abgesehen ist das Frühstück so viel besser als in jedem Hotel in dem ich je war. Preislich kommt man in der Regel mit 60 – 80$ pro Doppelzimmer aus (Was ebenfalls günstiger ist als ein qualitativ gleichwertiges Hotel)

Reservieren oder nicht?
Das hängt schlicht davon ab wo man hin will und wie spontan man sein möchte. Wer feste Ziele und eine Route im Blick hat sollte gerade zur Hauptzeit reichlich im Voraus reservieren. Gerade die B&B schließen mehrheitlich Anfang Oktober so das z.B. Skye fast komplett geschlossen ist was Betten angeht. Hier lohnt es sich vorher Erkundungen einzuholen.
Wer spontan, aufgrund von Empfehlungen ortskundiger oder anderem spontan entscheiden will wohin es geht, für den machen Reservierungen natürlich keinen Sinn. Er sollte sich aber auch dem eben beschriebenen bewusst sein und am besten ein Zelt dabei haben. Wild campen ist in Schottland erlaubt (anders als in England) und man trifft recht oft andere Camper. Einzige Regel: “Common sense”. Theoretisch spricht nichts dagegen mitten in Edinburgh auf einem Kreisverkehr zu campen, aber in Anbetracht der Ablenkung für die Autofahrer sollte man das wohl doch eher lassen. Es gibt auch einige Parkplätze die kein Parken über Nacht oder explizit Campen verbieten. Simon und ich hatten aber nie Probleme in unter einer halben Stunde einen Platz zu finden.
Kurze Schlussbemerkung: An der Ostküste ist die Platzsuche aussichtslos. Hier liegt die Landwirtschaft und was eingezäunt ist, ist privat und nicht wild. An der Westküste sieht es anders aus. Hier ist es ein Leichtes genügend Grün für ein Zelt zu finden.

Reiseziele:
Wer auf Burgen, Abbys und Ruinen steht, ist an der Ostküste genau richtig. Hier sind solche Bauwerke touristisch gut erschlossen und der Explorers Pass deckt die Mehrheit davon ab. Meiner Meinung nach lohnen sich die beiden größten Städte in keinem Fall. Glasgow ist nicht anders als die und vertrauten Großstädte und Edinburgh wird überschätzt. Wer ein wenig weiter nach Stirling fährt, bekommt Edinburgh in schöner und schmucker. Auch das Stirling Castle ist ansprechender als sein Pendant in Edinburgh.
Wer auf Landschaft steht, der muss in den Westen. Wenig Landwirtschaft und dünne Besiedlung lassen wesentlich schönere Aussichten zu. Dazu kommt das hier die steileren Berge und schrofferen Felsen zu finden sind. Auch wechselt die Fauna hier hinter jeder zweiten Kurve komplett. Kintyre und Skye sind meiner Meinung nach Pflicht. Loch Ness und Loch Lommond sind überlaufen, industrialisiert und überbewertet. Wenn, dann fahrt lieber nach Lock Awe oder anderen etwas abseits gelegenen See.
Wer eine Destillentour machen will, dem kann ich nur davon abraten. Nehmt mit Talisker eine größere, mit Famous Grouse oder Royal Lochnagar eine kleinere mit. Von da an wiederholt sich alles. In jeder Destillerie wird der Whisky gleich hergestellt und in den Shops bekommt man etliche Sorten. Wer gerne probiert, der kann das auch ohne die Touren und besucht gezielt ein Tasting.
Wer viele Inseln besuchen will, der sollte nach dem “Hop on and off Pass” schauen.

Wie auch immer ihr unterwegs seid: Runter von den großen Straßen. Die viel spannenderen Dinge gibt es auf den sogenannten “Intermediate Roads” zu sehen. Das sind einspurige Straßen mit kleinen Ausweichmöglichkeiten. Wir hatten das Gefühl, das hier während einer Party einfach über die Landschaft geteert wurde, aber nachdem man sich dran gewöhnt hat kann man gut darauf fahren. Es gibt viele Bodenwellen, plötzliche scharfe Kurven und Schotten die darauf entspannt mit 50 Meilen fahren. Dafür kann man jederzeit anhalten und atemberaubende Aussichten genießen

Ich hoffe ihr konntet mit den Tipps ein wenig anfangen. Falls ihr selbst noch welche habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Ansonsten bleibt mir zum Schluss nur noch Danke für das Verfolgen unserer Reise zu sagen.

Schottland – Tag 14

15.10.09 Schottland
Für die ganze Galerie auf eines der Bilder klicken

Rückreise: Nach einer viel zu kurzen Nacht und schlechtem Schlaf wird alles gepackt und so langsam auch wieder an seinen richtigen Platz sortiert. Wir versuchen uns reichlich Zeit zu lassen, denn wir können vor 15 Uhr nicht in unser Hotelzimmer und bis dahin brauchen wir keine drei Stunden.

Alles in allem ist das dann auch schon alles was es über diesen Tag zu berichten gibt. Wir beide stellen beim Passieren der Grenze fest wie traurig wir sind, dieses Land und seine Menschen hinter uns zu lassen aber wie froh wir auch sind langsam unseren Familien näher zu kommen.

Deshalb (und als kleiner wehmütiger Rückblick für uns beide) hier mein persönliches “Best of” der vergangenen zwei Wochen.

Tag 15

Schottland – Tag 13

eingetragen in: Fotografie, Landschaften 0
15.10.08 Schottland
Für die ganze Galerie auf eines der Fotos klicken

So langsam merkt man uns die Dauer unseres Urlaubs an und auch das nicht alles einwandfrei läuft. Nicht das wir das erwartet hätten, immerhin können wir uns nach zwei Wochen andauernden beisammen seins noch leiden und haben weiterhin Gesprächsthemen, aber trotzdem erfordert die Reaktion auf etwas das nicht funktioniert mehr Kraft als wenn es funktioniert hätte. Und so langsam sind wir erschöpft. Vom vielen sitzen im Auto, den Suchen nach Spots, Parkplätzen, Schlafplätzen, dem wandern über Geröll und Feuchtwiesen, die innere Anspannung bei jeder Nacht im Freien. Ich würde nicht sagen das wir unbedingt nach Hause wollen. Eine Pause vom Suchen und vom Fotografieren, eine regelmäßige Dusche, ein echtes Bett und saubere Kleidung würde vollkommen reichen. Dazu könnten wir auch in Schottland bleiben. Natürlich vermissen wir unsere Familien und unsere Liebsten und freuen uns sie wieder in die Arme zu schließen.

Unser letzter Tag hinter der Kamera ließ schon mehr von der Müdigkeit erkennen. Es fiel uns schwer den Schlafsack zu verlassen, es würde auf kindlichem Niveau gealbert, alles dauerte länger.
Zuerst fuhren wir an eine Außenkante vom Loch Lommond, praktisch einfach die Straße weiter hinunter die wir gestern genommen hatten, bis an ein Hotel. Hier gibt es einen sehr schönen Wasserfall, umgeben von einer wahren Mooslandschaft. Fotografisch leider nicht mit unserem Fertigkeitsstand zu erfassen aber trotzdem einen Abstecher wert. Ganz besonders wenn man sich traut ein wenig zu klettern kommt man zu fantastischen Aussichten.
Viel mehr gibt es am Loch Lommond für uns nicht zu sehen. Allgemein hat der See nichts mehr von seiner besungenen Romantik und ist ehrlich gesagt den Weg nicht wert. Es gibt auch in der Nähe bedeutend schönere Seen.

Nun kommt etwas das typisch für die letzten Tage und ein weiteres Zeichen unserer Erschöpfung ist: Wir verfahren uns. Dieses Mal bemerken wir den Fehler erst als wir schon in Glasgow sind. Hier wollten wir nun wirklich nicht hin. Also wieder zurück. So langsam mag ich nicht mehr. Am Ende unserer Tour bin ich gut 2000 Meilen Auto gefahren und so froh (gemeinsam mit meinem Rücken) wenn ich wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit kann.

Es dauert ziemlich lange bis wir wieder in Gegenden sind in denen die Aussicht einen Halt wert, und ein solcher überhaupt möglich ist. Endlich sind wir aber wieder in den Bergen und nutzen gleich die erste Gelegenheit um uns die Beine zu vertreten und ein paar Bilder zu schießen (56°12’59” N 4°50’13” W)

Einige Minuten später halten wir ein weiteres Mal. Dieses Mal für unser Lieblingsthema: Bachlauf mit Wasserfall. Keine Ahnung woher die Begeisterung dafür kommt, aber für nichts haben wir so oft angehalten wie für Bachläuft und Wasserfälle. Zu gerne kraxeln wir darin herum, suchen nach den schönsten Perspektiven und schauen dem Wasser einfach beim Fließen zu. Ob wir in Norddeutschland zu wenig kleine Bäche haben? Wasserfälle gibt es jedenfalls kaum. Berge aber auch nicht. Oder Steilküsten. Am liebsten alte ich trotzdem und könnte es noch viel öfter tun, für Bachläufe (56°12’52” N 4°52’32” W).

Ein letzten Spot gibt es an diesem Tag noch (56°11’56” N 4°48’34” W) von einem kleinen Halt bei 56°13’34” N 4°51’23” W mal abgesehen, der aber mehr dem erneuten Vertreten der Beine dient.
Der letzte Spot ist zugleich unser letzter Schlafplatz im Freien. Dieses Mal auch fast ohne Mücken, dafür in einer Talsenke. Gut das die Schlafsäcke auch noch in den Minusgraden warm genug sind.

Morgen beginnt dann die Rückreise. Dazu dann später mehr.

Schottland – Tag 12

15.10.07 Schottland
Für die ganze Galerie auf eines der Fotos klicken

An diesem Morgen ziehen wieder graue Wolken über Braemar und laut unserer Gastgeberin soll es den ganzen Tag regnen. Schade eigentlich am vorletzten Fototag. Wir beschließen also uns an diesem Morgen noch ausgiebig mit unserer Gastgeberin zu unterhalten, über schottische Gebräuche und Gepflogenheiten, das Wetter, die Freundlichkeit der Schotten und vieles andere.
Irgendwann müssen wir dann aber doch los und verfahren uns prompt. Und wie immer ist das in Schottland nicht zum Nachteil, denn wir landen auf einer sehr kleinen Straße die in den Nationalpark. Landschaftlich gibt es nicht schönes zu sehen* bis wir an eine Brücke mit einem Wasserfall geraten. Hier gibt es große Parkplätze und “kleine Wanderrouten” von 30 Kilometern und mehr. Uns interessiert der mehr der Wasserfall und wie er sich durch den Fels gearbeitet hat. Abgesehen von den Mücken lässt es sich hier stundenlang aushalten (56°59’18” N 3°32’45” W)

Weiter geht es dann in Richtung Osten und in den Regen. Je weiter wir nach Osten kommen, desto tiefer hängen die Wolken. Landschaftlich wird es immer zugebauter. Über Meilen gibt es keinen Parkplatz und keine andere Möglichkeit anzuhalten, wenn es lohnenswerte Fotomotive gibt. Immer mehr Weidezäune drängen sich dicht an die Straße und sperren jede Möglichkeit für einen Spaziergang.
Schließlich entscheiden wir uns deshalb für eine Kehrtwende und eine Fahrt in Richtung Loch Lommond. Und siehe da, die Wolken verschwinden und die Sonne lacht uns aus einem strahlend blauem Himmel entgegen. Die Landschaft wird kantiger, eckiger, abwechslungsreicher und weniger eingezäunt. Der Westen mag uns und wir mögen ihn.
Es dauert noch bis in den frühen Nachmittag bis wir nördlich von Loch Lommond auf einer kleinen Straße landen (Wie bekannt meine Lieblingsstraßen) und keine 10 Minuten später finden wir bei 56°59’18” N 3°32’45” W bei einem kleinen See den zweiten Spot des Tages. Da erwacht die gute Laune zu neuem Leben. Wir hatten schon befürchtet heute fast leer auszugehen.

Geschlafen wird heute wieder draußen bei 56°12’50” N 4°32’34” W. Der Platz liegt wieder am Wasser. Langsam frage ich mich ernsthaft wie lernfähig Simon und ich sind. Das am Wasser diese nervigen kleinen Mücken leben und sofort über uns her fallen wissen wir und trotzdem steht das Zelt keine 10 Meter vom Wasser entfernt. Vielleicht die ersten Anzeichen des Alters. Wer weiß.
Trotzdem geht es noch einmal mit der Kamera los. Ich entscheide mich heute Nachmittag für das 70-200mm, damit es sich auch ein bisschen gebraucht fühlt.

*Ich muss an dieser Stelle noch einmal betonen wie es gemeint ist, wenn ich sage das es landschaftlich nichts Schönes zu sehen gibt. Das ist in keiner Weise abwertend für die Region gemeint sondern bezieht sich rein auf den fotografischen Aspekt. Flache Hügel mit wenig Konturen, keinen Möglichkeiten zum Anhalten und teils massiven Viehzäunen oder Eisenbahntrassen hinter dicken Hecken eignen sich halt nicht zum Fotografieren. Zum Betrachten mit dem bloßen Auge sind sie dennoch schön und oft lohnen sich stundenlange Wanderungen, doch diese Zeit haben wir in diesem Besuch einfach nicht. Das bitte ich noch einmal im Hinterkopf zu behalten.

Schottland – Tag 11

15.10.06 Schottland
Für die ganze Galerie auf eines der Fotos klicken

Wir haben die Nacht überlebt. Nur um das mal vorweg zu nehmen. Der Wind wurde dann doch noch sehr kräftig und hat die Baumkronen kräftig druchgeschüttelt. Durch Zufall hatten wir unser Zelt so gestellt, dass das meiste an Wind jedoch darüber hinweg ging. Noch mal Glück gehabt.

Weniger Glück hatten wir mit dem Wetter. Wobei ich dabei auch nicht von Unglück sprechen möchte. Kurz nachdem wir unser Lager abgebaut hatten und uns auf den Weg zu unserer Tagesroute machten setzte starker Regen ein. In den Höhenlagen des Nationalparks fuhren wir dann in den Wolken. Hier hörte der Regen zwar fast auf, dafür lag die Sicht aber unter 50 Metern. Das Wetter hielt sich bis wir unseren Zielort für den Tag erreicht hatten. Heute ist das Braemar (57°0’23” N 3°23’53” W).
Bis dahin hat es sich nicht einmal gelohnt anzuhalten. Nicht nur wegen des Regens. Der hat uns eigentlich sogar vor dem Frust bewahrt das die Strecke die ich ausgesucht hatte überhaupt nichts taugt. Obwohl wir uns mitten in einem Nationalpark befinden lag die gesamte Straße zwischen Farmland. Es war nicht möglich links oder rechts ran zu fahren um Fotos von der Landschaft zu machen. Diese war zwar ohnehin nicht so spektakulär das sich ein Halt gelohnt hätte (zumindest soweit uns die Wolken die Landschaft erkennen ließen…), aber zumindest den ein oder anderen Spaziergang hätten wir doch gerne gemacht.

Einen Stopp haben wir doch vor Braemar gemacht. Eine kleine Destille von der wir beide bisher noch nie etwas gehört hatten lag auf dem Weg und bot sich bei dem Wetter ja direkt an. Dieser Besuch ist ein weiterer Grund warum ich dem Wetter nicht sonderlich böse bin. Royal Lochnagar destillery ist so unfassbar klein und niedlich, das eine Führung fast familiären Charakter hat. In kleinen, alten Steinhäusern untergebracht bekommt man mehr zu sehen als anderswo. Ein ganz besonderes Highlight war die kleine Kostprobe eines 22 Jahre alten Lagavulin aus einem Cheryfass.

Da sich das Wetter auch am Nachmittag nur insoweit bessern wollte, das der Regen in Nieselregen überging, haben wir uns in Ivy’s Cottage einquartiert und im Gordon’s Teahouse verköstigen lassen. Braemar hat auch an Veranstaltungen mehr zu bieten als ich gedacht hätte. Allerdings sind wir dafür entweder ein paar Wochen zu spät oder ein paar zu früh. Je nachdem wie man es sieht.

Um an diesem Tag doch noch zu Fotos zu kommen (Ein Tag faulenzen ist zwar schön, aber Lust zum Fotografieren haben wir dann doch), stellen wir uns einer kleinen Challange. Nur das 50mm Objektiv ist erlaubt. Das spornt an sich mehr zu bewegen, Perspektiven zu überdenken, Details zu erkennen und ganz allgemein kreativ zu werden.

Jetzt gibt es erst einmal Tee. Ist ja schließlich Teatime.

1 2 3 4