Schottland – Tag 10

eingetragen in: Fotografie, Landschaften | 0
15.10.05 Schottland
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Jede Reise braucht wohl Tage die nicht so gut laufen und einer davon muss der Schlechteste sein. Heute hat sehr gutes Potential diesen Titel zu gewinnen. Nicht das alles schlecht gewesen wäre, aber doch eine ganze Menge dir mir persönlich den Tag ziemlich verhagelt hat.
Das Unheil begann als wir morgens, kurz vor sechs, mit einem Knall und einem Ruckeln am Zelt aufgeweckt wurden. Ein Teil des Gestänges war gebrochen. Materialschwäche nach nur 5 Mal aufbauen. Mitten in Schottland nützen mir Garantie und Gewährleistung dann auch herzlich wenig. Der Tag musste also umgeplant werden, damit das Zelt heute Abend wieder aufgebaut werden kann.
Inverness ist die nächst größere Stadt in unserer Nähe und verfügt hoffentlich über einen Outdoor-Geschäft. Wir gönnen uns zwar einen lohnenswerten Halt auf dem Weg dahin (Dazu später mehr), vermeiden aber sonstige Verzögerungen. Trotzdem verbringen wir in Inverness mehr als vier Stunden und müssen von da aus dann wieder erste einmal in Regionen die fotografisch für uns interessant sind. Wir steuern über die A9 unser eigentliches Tagesziel, den Cairngorms Nationalpark an.
Inzwischen ist die Sonne vom Vormittag hinter dicken Wolken verborgen die ab und an ein paar Regentropfen fallen lassen. Nach unserem ersten Tag auf Skye zwar erst das zweite Mal das es regnet (Halb Schottland zeigt sich uns gegenüber verwundert das es seit Ende September hier so gutes Wetter hat…) aber es passt zum Tag. Als wir dann auch noch eine weitere Stunde damit zubringen eine Abzweigung zu suchen, die wir am Ende noch nicht einmal finden können (Das erste Mal das unsere Karte verkehrt oder die Beschilderung unzureichend zu sein scheint), haben wir nur noch die Zeit einen Schlafplatz zu suchen und zu hoffen das sich dort noch Bilder machen lassen. Wir sind bereits tief im Nationalpark und auf einer Straße angekommen die der kleinstmöglichen Kategorie unserer Karte angehört. Der Platz ist von der Lage zwar ganz schön, aber der Boden ist ein paar Zentimeter unter der obersten Schicht Erde so steinig, das wir die Heringe nur mit Mühe tief genug versenkt bekommen. Und tief müssen sie, denn inzwischen weht ein kräftiger Wind. Von den Bergen ziehen dunkle Wolken in unsere Richtung.
Nachdem ich in den Zeltnächten zuvor im Halbschlaf von Mördern die unser Zelt aufschlitzen, Autodieben, Räubern, Pumas, Bären und anderen Wahnwitz geträumt habe fehlt mir ein schweres Unwetter natürlich noch.

Das einzig Positive für den Tag: Burger King (Ja, das kann ein Highlight sein, wenn man sonst nur schottisches Dosenessen bekommt. Das ist um Längen schlechter als deutsches) und unser einiger Halt, Die Rogie Falls.

Zu den Rogie Falls muss man ganz klar sagen, dass man möglichst früh dort sein sollte, sonst ist der Ort völlig überlaufen und morgens gibt es dort ein so schönes Licht. Neben dem Wasserfall ist die grüne Route durch den Wald auch sehr lohnenswert.

Was fehlt noch? Ach ja genau:
Rogie Falls: 57°35’21” N 4°36’11” W
Unser Schlafplatz: 57°5’5″ N 3°54’39” W

Ich werde mich dann mal seelisch darauf vorbereiten mitten in der Nacht alles Hab und Gut durch peitschenden Orkan, Regen wie aus Eimern und bestialischem Gewitter aus einem zerfetzten Zelt zu retten.

Gute Nacht wünscht ein frustrierter Städter.