Schottland – Tag 11

15.10.06 Schottland
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Wir haben die Nacht überlebt. Nur um das mal vorweg zu nehmen. Der Wind wurde dann doch noch sehr kräftig und hat die Baumkronen kräftig druchgeschüttelt. Durch Zufall hatten wir unser Zelt so gestellt, dass das meiste an Wind jedoch darüber hinweg ging. Noch mal Glück gehabt.

Weniger Glück hatten wir mit dem Wetter. Wobei ich dabei auch nicht von Unglück sprechen möchte. Kurz nachdem wir unser Lager abgebaut hatten und uns auf den Weg zu unserer Tagesroute machten setzte starker Regen ein. In den Höhenlagen des Nationalparks fuhren wir dann in den Wolken. Hier hörte der Regen zwar fast auf, dafür lag die Sicht aber unter 50 Metern. Das Wetter hielt sich bis wir unseren Zielort für den Tag erreicht hatten. Heute ist das Braemar (57°0’23” N 3°23’53” W).
Bis dahin hat es sich nicht einmal gelohnt anzuhalten. Nicht nur wegen des Regens. Der hat uns eigentlich sogar vor dem Frust bewahrt das die Strecke die ich ausgesucht hatte überhaupt nichts taugt. Obwohl wir uns mitten in einem Nationalpark befinden lag die gesamte Straße zwischen Farmland. Es war nicht möglich links oder rechts ran zu fahren um Fotos von der Landschaft zu machen. Diese war zwar ohnehin nicht so spektakulär das sich ein Halt gelohnt hätte (zumindest soweit uns die Wolken die Landschaft erkennen ließen…), aber zumindest den ein oder anderen Spaziergang hätten wir doch gerne gemacht.

Einen Stopp haben wir doch vor Braemar gemacht. Eine kleine Destille von der wir beide bisher noch nie etwas gehört hatten lag auf dem Weg und bot sich bei dem Wetter ja direkt an. Dieser Besuch ist ein weiterer Grund warum ich dem Wetter nicht sonderlich böse bin. Royal Lochnagar destillery ist so unfassbar klein und niedlich, das eine Führung fast familiären Charakter hat. In kleinen, alten Steinhäusern untergebracht bekommt man mehr zu sehen als anderswo. Ein ganz besonderes Highlight war die kleine Kostprobe eines 22 Jahre alten Lagavulin aus einem Cheryfass.

Da sich das Wetter auch am Nachmittag nur insoweit bessern wollte, das der Regen in Nieselregen überging, haben wir uns in Ivy’s Cottage einquartiert und im Gordon’s Teahouse verköstigen lassen. Braemar hat auch an Veranstaltungen mehr zu bieten als ich gedacht hätte. Allerdings sind wir dafür entweder ein paar Wochen zu spät oder ein paar zu früh. Je nachdem wie man es sieht.

Um an diesem Tag doch noch zu Fotos zu kommen (Ein Tag faulenzen ist zwar schön, aber Lust zum Fotografieren haben wir dann doch), stellen wir uns einer kleinen Challange. Nur das 50mm Objektiv ist erlaubt. Das spornt an sich mehr zu bewegen, Perspektiven zu überdenken, Details zu erkennen und ganz allgemein kreativ zu werden.

Jetzt gibt es erst einmal Tee. Ist ja schließlich Teatime.