Schottland – Tag 12

15.10.07 Schottland
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An diesem Morgen ziehen wieder graue Wolken über Braemar und laut unserer Gastgeberin soll es den ganzen Tag regnen. Schade eigentlich am vorletzten Fototag. Wir beschließen also uns an diesem Morgen noch ausgiebig mit unserer Gastgeberin zu unterhalten, über schottische Gebräuche und Gepflogenheiten, das Wetter, die Freundlichkeit der Schotten und vieles andere.
Irgendwann müssen wir dann aber doch los und verfahren uns prompt. Und wie immer ist das in Schottland nicht zum Nachteil, denn wir landen auf einer sehr kleinen Straße die in den Nationalpark. Landschaftlich gibt es nicht schönes zu sehen* bis wir an eine Brücke mit einem Wasserfall geraten. Hier gibt es große Parkplätze und “kleine Wanderrouten” von 30 Kilometern und mehr. Uns interessiert der mehr der Wasserfall und wie er sich durch den Fels gearbeitet hat. Abgesehen von den Mücken lässt es sich hier stundenlang aushalten (56°59’18” N 3°32’45” W)

Weiter geht es dann in Richtung Osten und in den Regen. Je weiter wir nach Osten kommen, desto tiefer hängen die Wolken. Landschaftlich wird es immer zugebauter. Über Meilen gibt es keinen Parkplatz und keine andere Möglichkeit anzuhalten, wenn es lohnenswerte Fotomotive gibt. Immer mehr Weidezäune drängen sich dicht an die Straße und sperren jede Möglichkeit für einen Spaziergang.
Schließlich entscheiden wir uns deshalb für eine Kehrtwende und eine Fahrt in Richtung Loch Lommond. Und siehe da, die Wolken verschwinden und die Sonne lacht uns aus einem strahlend blauem Himmel entgegen. Die Landschaft wird kantiger, eckiger, abwechslungsreicher und weniger eingezäunt. Der Westen mag uns und wir mögen ihn.
Es dauert noch bis in den frühen Nachmittag bis wir nördlich von Loch Lommond auf einer kleinen Straße landen (Wie bekannt meine Lieblingsstraßen) und keine 10 Minuten später finden wir bei 56°59’18” N 3°32’45” W bei einem kleinen See den zweiten Spot des Tages. Da erwacht die gute Laune zu neuem Leben. Wir hatten schon befürchtet heute fast leer auszugehen.

Geschlafen wird heute wieder draußen bei 56°12’50” N 4°32’34” W. Der Platz liegt wieder am Wasser. Langsam frage ich mich ernsthaft wie lernfähig Simon und ich sind. Das am Wasser diese nervigen kleinen Mücken leben und sofort über uns her fallen wissen wir und trotzdem steht das Zelt keine 10 Meter vom Wasser entfernt. Vielleicht die ersten Anzeichen des Alters. Wer weiß.
Trotzdem geht es noch einmal mit der Kamera los. Ich entscheide mich heute Nachmittag für das 70-200mm, damit es sich auch ein bisschen gebraucht fühlt.

*Ich muss an dieser Stelle noch einmal betonen wie es gemeint ist, wenn ich sage das es landschaftlich nichts Schönes zu sehen gibt. Das ist in keiner Weise abwertend für die Region gemeint sondern bezieht sich rein auf den fotografischen Aspekt. Flache Hügel mit wenig Konturen, keinen Möglichkeiten zum Anhalten und teils massiven Viehzäunen oder Eisenbahntrassen hinter dicken Hecken eignen sich halt nicht zum Fotografieren. Zum Betrachten mit dem bloßen Auge sind sie dennoch schön und oft lohnen sich stundenlange Wanderungen, doch diese Zeit haben wir in diesem Besuch einfach nicht. Das bitte ich noch einmal im Hinterkopf zu behalten.