Schottland – Tag 13

eingetragen in: Fotografie, Landschaften | 0
15.10.08 Schottland
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So langsam merkt man uns die Dauer unseres Urlaubs an und auch das nicht alles einwandfrei läuft. Nicht das wir das erwartet hätten, immerhin können wir uns nach zwei Wochen andauernden beisammen seins noch leiden und haben weiterhin Gesprächsthemen, aber trotzdem erfordert die Reaktion auf etwas das nicht funktioniert mehr Kraft als wenn es funktioniert hätte. Und so langsam sind wir erschöpft. Vom vielen sitzen im Auto, den Suchen nach Spots, Parkplätzen, Schlafplätzen, dem wandern über Geröll und Feuchtwiesen, die innere Anspannung bei jeder Nacht im Freien. Ich würde nicht sagen das wir unbedingt nach Hause wollen. Eine Pause vom Suchen und vom Fotografieren, eine regelmäßige Dusche, ein echtes Bett und saubere Kleidung würde vollkommen reichen. Dazu könnten wir auch in Schottland bleiben. Natürlich vermissen wir unsere Familien und unsere Liebsten und freuen uns sie wieder in die Arme zu schließen.

Unser letzter Tag hinter der Kamera ließ schon mehr von der Müdigkeit erkennen. Es fiel uns schwer den Schlafsack zu verlassen, es würde auf kindlichem Niveau gealbert, alles dauerte länger.
Zuerst fuhren wir an eine Außenkante vom Loch Lommond, praktisch einfach die Straße weiter hinunter die wir gestern genommen hatten, bis an ein Hotel. Hier gibt es einen sehr schönen Wasserfall, umgeben von einer wahren Mooslandschaft. Fotografisch leider nicht mit unserem Fertigkeitsstand zu erfassen aber trotzdem einen Abstecher wert. Ganz besonders wenn man sich traut ein wenig zu klettern kommt man zu fantastischen Aussichten.
Viel mehr gibt es am Loch Lommond für uns nicht zu sehen. Allgemein hat der See nichts mehr von seiner besungenen Romantik und ist ehrlich gesagt den Weg nicht wert. Es gibt auch in der Nähe bedeutend schönere Seen.

Nun kommt etwas das typisch für die letzten Tage und ein weiteres Zeichen unserer Erschöpfung ist: Wir verfahren uns. Dieses Mal bemerken wir den Fehler erst als wir schon in Glasgow sind. Hier wollten wir nun wirklich nicht hin. Also wieder zurück. So langsam mag ich nicht mehr. Am Ende unserer Tour bin ich gut 2000 Meilen Auto gefahren und so froh (gemeinsam mit meinem Rücken) wenn ich wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit kann.

Es dauert ziemlich lange bis wir wieder in Gegenden sind in denen die Aussicht einen Halt wert, und ein solcher überhaupt möglich ist. Endlich sind wir aber wieder in den Bergen und nutzen gleich die erste Gelegenheit um uns die Beine zu vertreten und ein paar Bilder zu schießen (56°12’59” N 4°50’13” W)

Einige Minuten später halten wir ein weiteres Mal. Dieses Mal für unser Lieblingsthema: Bachlauf mit Wasserfall. Keine Ahnung woher die Begeisterung dafür kommt, aber für nichts haben wir so oft angehalten wie für Bachläuft und Wasserfälle. Zu gerne kraxeln wir darin herum, suchen nach den schönsten Perspektiven und schauen dem Wasser einfach beim Fließen zu. Ob wir in Norddeutschland zu wenig kleine Bäche haben? Wasserfälle gibt es jedenfalls kaum. Berge aber auch nicht. Oder Steilküsten. Am liebsten alte ich trotzdem und könnte es noch viel öfter tun, für Bachläufe (56°12’52” N 4°52’32” W).

Ein letzten Spot gibt es an diesem Tag noch (56°11’56” N 4°48’34” W) von einem kleinen Halt bei 56°13’34” N 4°51’23” W mal abgesehen, der aber mehr dem erneuten Vertreten der Beine dient.
Der letzte Spot ist zugleich unser letzter Schlafplatz im Freien. Dieses Mal auch fast ohne Mücken, dafür in einer Talsenke. Gut das die Schlafsäcke auch noch in den Minusgraden warm genug sind.

Morgen beginnt dann die Rückreise. Dazu dann später mehr.