Schottland – Tag 3

eingetragen in: Fotografie, Landschaften, Städte 0
15.09.28 Schottland
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Zu dem Zeitpunkt an dem ich diese Zeilen schreibe ist die Sonne gerade hinter den sanften Hügeln der Lowlands verschwunden ich selbst bin überschwänglich glücklich. Dies ist unsere zweite Nacht in Schottland und die ersten im Zelt. Das ist der Teil dieser Reise auf den ich mich am meisten freue: Übernachten im Zelt, nur die Sterne über uns.
Einen Platz zu finden war leichter als gedacht. Auf dem Weg von Edinburgh nach Duncarron sind wir bei einigen Höfen angehalten und haben nach einem Stück Wiese gefragt. Schon der Dritte hat uns ein großzügiges Stück angeboten, dazu fließend Wasser und die Möglichkeit die Dusche im Haus zu benutzen. Das ist viel mehr als wir erwartet hatten.
Die zweit beste Nachricht des Tages: Wildcampen ist in Schottland erlaubt! Bisher hatte uns eine Recherche im Internet nur immer wieder auf Campingplätze verwiesen aber keine definitive Aussage hervor gebracht. So lange es öffentlicher Grund ist und niemanden stört; “Use common sense” ist die einzige “Richtlinie”. Sollten wir gerade später in den Highlands keinen Hof oder Campingplatz finden reicht uns also ein Stück nicht eingezäunte Wiese. Perfekt.

Aber nocheinmal kurz zum Anfang des Tages zurück. Kurz nach sieben wurde aus unserem spontan erwählten zwei Sterne Hotel ausgecheckt und alles wieder ins Auto verladen. Tagesziel war Edinburgh, insbesondere das Schloss. Da ich mich noch nicht vollständig an den Linksverkehr gewöhnt habe (ständig schrecke ich auf weil jemand auf “meiner Spur”, also der rechten fährt) wollen wir die direkte Fahrt in die Stadt meiden und lassen uns mit der Straßenbahn bringen. Die 4£ für ein Tagesticket reißen wahrlich kein großes Loch in die Reisekasse. Im Gegenteil, für die sonst hohen Preise Schottlands ist das angenehm günstig.
An der Princess Street (55°57’3″ N 3°12’1″ W) angekommen zieht es uns zunächst in den gleichnamigen Park zu Füßen des Schlosses. Noch immer sind hier Reste des Military Tattoo zu erkennen, das mit dem gigantische Feuerwerk vor ein paar Wochen sein Ende fand. Zwischen Park und Schloss arbeiten sich steile Wege den Hang hinauf. So kürzen wir die lange Einkaufsstraße ab, die sich entlang der Rampe angesiedelt hat. Weder Simon noch ich sind besonders architekturbegeistert und können uns auch nicht wirklich dafür erwärmen. Wir sehen uns alte Gebäude zwar gerne an, aber das reicht auch. Bei mir kommt noch dazu, das die Stadt für mich vorbelastet ist was Taschendiebe angeht. Nur dem wachsamen Auge meines Vaters ist es zu verdanken, dass ich meine Kamera noch habe. Dementsprechend ist Edinburgh mehr ein Pflichtbesuch.

Für den Rundgang durch das Edinburgh Castle nehmen wir uns trotzdem viel Zeit. Hier wurde sich so viel Mühe gegeben. In fast jedem Gebäude ist eine ausführliche Ausstellung rund um das Schloss und das schottische Militär untergebracht, die die 16.50£ Eintritt wahrlich wert sind. Am Ende unseres Besuches lassen wir uns das Geld mit den 40£ für den Scottland Explorer Pass verrechnen. Bei unserem zu erwartenden Konsum an Sehenswürdigkeiten dürfte sich das lohnen.
Viel mehr lässt sich zu unserem Stadtbesuch auch nicht schreiben. Den Abschluss bildet ein verspätetes Mittag im Greyfriars Bobby. Das Lokal und seine Burger kenne ich noch vom letzten Jahr und kann es nur empfehlen.

Kleiner Nachtrag vom Ende der Reise: Ich habe die zwei Wochen mal darauf geachtet wie die Schotten den Namen ihrer Hauptstadt aussprechen. Die Wahrheit scheint zwischen Edinbrah und Edinbö (mit einem sehr kehligen ö) zu liegen.

Die weitere Route führt uns langsam weg von der Großstadt in Richtung Westen. Hier liegt Duncarron, das wir uns morgen ansehen wollen.

An dieser Stelle muss ich den Bericht beenden. Simon fordert mich auf endlich das Zelt zu verlassen um einen atemberaubenden Sonnenuntergang fest zu halten. Sollte es heute Nacht klar sein, werden sicherlich auch noch ein paar Sternenfotos folgen.