Schottland – Tag 4

eingetragen in: Fotografie, Landschaften, Städte 0
15.09.29 Schottland
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Gerade zurück aus der angebotenen Dusche wird gleich die Kamera gezückt. Sanfter Nebel liegt über dem Land und das Licht der Morgensonne zeichnet wundervolle Schatten und spielt mit dem Dunst über den Wiesen.
Am Ende dieses herrlichen Schauspiels brechen wir auf, die wenigen Meilen bis Duncarron zurück legen. Es dauert nicht lange (und nur ein Mal verfahren) bis wir das Carron Valley erreichen (56°1’44” N 4°3’19” W). Eine idyllische kleine Landschaftoase die anscheinend auch bei Hundebesitzern beliebt ist. Gemütlich arbeiten wir uns durch ein kleines Wäldchen, Mountainbike-Wege hinauf, über Trampelpfade, immer wieder einen Blick auf die Karte werfend. Duncarron zu finden gestaltet sich schwieriger als gedacht. Lediglich ein verstecktes Hinweisschild, mehr nicht. Wir würden uns diesen Nachbau eines mittelalterlichen Dorfes aber sehr gerne ansehen. Also beginnt eine Suche die vor allem verwirrte Züge annimmt. Wir können streckenweise sogar die Palisade des Dorfes sehen, nur eben keinen Weg dahin. Es ist zum Haare raufen. Schließlich geben wir auf und finden fast wieder am Auto den richtigen Weg. Glücklich und voller Vorfreude folgen wir dem Weg und finden: Die Türen verschlossen vor…

Das nächste Ziel heißt Sterling. Simon möchte sich gerne das Schloss ansehen (56°7’26” N 3°56’52” W). Parken können wir direkt vor dem Eingang (für 4£ extra). Dein Eintritt von 14.40£ sparen wir uns dank Scottland Explorer Pass allerdings. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich von Sterling viel begeisterter bin als von Edinburgh. Nicht nur vom Schloss, sondern von der ganzen Stadt. Man bekommt hier praktisch die Hauptstadt auf das interessanteste und schönste komprimiert und mit weniger Touristen. Im Schloss Sterling hat man sich so richtig Mühe gegeben. Neben liebevollen und höchst aufwändigen Restauration und Geschichtspräsentation wird hier auch viel für kleine Kinder geboten und mehrere gewandete Personen sorgen für zusätzliches Ambiente. So wohl habe ich mich lange nicht auf einer Burg gefühlt. Über drei Stunden haben wir uns für unseren Rundgang Zeit gelassen. Meiner Meinung nach ein absolutes Muss für jeden Schottlandbesuch. Eigentlich hätten wir uns auch noch den Rest der Stadt ansehen müssen, aber wir waren was das angeht noch ziemlich satt vom Vortag.

Nächster und letzter Halt ist das Wallace Monument (56°8’19” N 3°55’4″ W). Fällt für mich unter “Kann man machen, muss man aber nicht.” Es ist recht teuer, wenn man auf den Turm möchte und was man dafür bekommt ist ein Ausblick an dem man sich dann nach 10 Minuten auch satt gesehen hat. Man kann den Turm jedoch als teures Oberschenkeltraining nehmen und sich mit 7 Kilo Kameraausrüstung den steilen Hang und die enge Wendeltreppe hinauf wuchten.
Unsere Wanderschuhe retten uns da den Tag.

Es folgt wieder das Abenteuer Schlafplatzsuche. Da hier im Osten sehr viele Farmen sind, ist bis an die Straßenränder alles für Schafe und Kühe abgesperrt. Genügend Platz für ein Auto nebst Zelt zu finden ist da nicht so leicht. Dank der Hilfe eines älteren Herren, der uns seltsamer Weise erst für Kontrolleure gehalten hat und dachte er hätte etwas falsch gemacht, ließ sich jedoch ein großer Parkplatz vor einem Wanderpfad auftuen.