Schottland – Tag 9

15.10.04 Schottland
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Der heutige Tag ist dafür reserviert Skye zu erkunden. So haben wir uns es fest vorgenommen. Überall liest man das Skye der Platz in Schottland sei, den man als Fotograf unbedingt besichtigen müsste. Das wollen wir an diesem Tag tun. Uns ist klar dass wir damit nur die Oberfläche der Insel ankratzen können, aber so ist das an jedem Ort den wir während dieser Reise besuchen. Im Nachgang der zwei Wochen wollen Simon und ich uns noch einmal zusammen setzten und überlegen welche Orte wir uns auf einer späteren Reise noch einmal genauer und ausgiebiger ansehen wollen. Skye wird ganz sicher dazu gehören.

Bevor wir los fahren besprechen wir mit unserer “Gastmutter” (so liebevoll kümmert sie sich um uns) welche Orte sich wirklich lohnen. Sie empfiehlt uns eine Rundfahrt um den Inselteil nördlich von Portree. Die Anzahl der Touristenbusse lässt vermuten das dieser Teil allgemein sehr beliebt ist. Überhaupt muss man sich auf Skye auch Anfang Oktober keine Illusion machen. Zwar haben fast alle B&B geschlossen, aber die Zahl der Touristen ist weiterhin sehr hoch. Es lohnt sich, wenn an einem Spot zu viele sind um selbst in Ruhe fotografieren zu können einfach zu warten. Die Busfahrer haben einen Zeitplan den sie einhalten wollen und müssen (Damit auch alle Ziele geschafft werden), weshalb sie schneller unterwegs sind als man selbst. Man kann sich gemütlich hinter ihnen zurück fallen lassen. Außerdem lohnen sich Zwischenstopps an ungewöhnlichen Orten um der Masse etwas zu entkommen.

Ganz zu Beginn unserer Rundfahrt fahren wir am Dunvegan Castle vorbei. Das Schloss selbst hat man uns gesagt sei nur bedingt einen Besuch wert. Nicht allzu weit dahinter bietet die Straße einige kleine Parkplätze. Mit etwas Kletterei bekommt man einen wundervollen Blick über die See auf das Schloss. Der kleine Abstecher lohnt sich wirklich. (57°27’17” N 6°35’54” W)

Das erste Mal in der Nähe einer anerkannten Sehenswürdigkeit halten wir, wie so oft, an einem kleinen Parkplatz mit herrlichem Blick auf dem Old Man of Storr (57°27’23” N 6°10’57” W) Es gibt kurz vor dem Old Man einen Parkplatz von dem aus man zu dem Felsen wandern kann. Das passt weder in unseren Zeitplan, noch passt unser Auto auf den überfüllten Parkplatz. Davon abgesehen lassen sich von so einem Felsen die besten Fotos aus der Ferne schießen.
Kurz nach unserem ersten Halt, stoppen wir trotzdem noch ein zweites Mal. Jetzt vor einem Wasserfall um den sich Kühe gescharrt haben und ein wunderbar süßes Bild abgeben. Ich kann nicht versprechen das es bei eurem Besuch genauso aussieht, aber falls ihr es versuchen wollt: 57°27’32” N 6°11’3″ W.

Wir lassen den Old Man hinter uns und fahren bei gemütlichem Tempo an der Küste entlang. Wer das Glück hat nicht der Fahrer zu sein, genießt landeinwärts einen umwerfenden Blick auf sich stetig wandelnde Felsen und Berge auf denen das Sonnenlicht unglaubliche Lichtspiele zaubert.

Bisher hatten wir wenig Glück damit in Ruhe zu fotografieren. Ständig wuseln uns andere Touristen direkt vor dem Objektiv herum. Natürlich möchten sie auch ihre Bilder, aber etwas Anstand wäre doch ganz nett. Wir üben uns also in Geduld, bis wir bei 57°32’31” N 6°8’31” W eine atemberaubende Aussicht genießen können. Schade das es noch so früh ist, sonst wäre dies ein idealer Platz zum campen. Wer noch ein paar Schritte vom Parkplatz weg, hin zur Klippe läuft wird mit unfassbar schönen Aussichten belohnt. Unten an der Küste kann man alte Gebäude erkenn und Steine die so aussehen als wären sie einmal das Fundament eines Turmes gewesen. Heute werden sie vom Meer überspült.

Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg ist der Kilt Rock. Eine Formation aus Gesteinsschichten die an einen Kilt erinnert. Daher ganz einfach der Name. In einiger Entfernung davon liegt ein Parkplatz mit bester Sicht (57°36’39” N 6°10’20” W) sowie einem Wasserfall der gut 40 Meter tief ins Meer stürzt. Auch hier lohnt es sich mehr von der Umgebung zu erkunden.

Von nun an ist die Straße wieder einspurig und die Touristenbusse verschwinden. Fast an der nördlichsten Stelle dieses Teils der Insel liegt eine alte Anlage der schottischen Armee, die im zweiten Weltkrieg dazu diente deutsche U-Boote zu sichten. Dementsprechend hat man von hier einen unglaublichen Blick über die Landschaft. (57°40’53” N 6°16’36” W)

Eigentlich war unser Plan diese Nacht auch noch auf Skye zu verbringen. Es gibt hier eine Reihe Spots an denen man Nachts besonders gut die Sterne beobachten können soll. Wir haben uns für einen entschieden der in der Nähe der Brücke liegt. Morgen soll es weiter nach Inverness gehen und wir wollen etwas Strecke vorlegen. Leider entpuppt sich der “Platz” als Wanderweg an dem man zwar wundervoll Otter und Delfine beobachten können soll, aber leider nicht lagern kann. Das es bereits so spät ist, das wir uns keine Zeit mehr nehmen können um uns sowohl Otter als auch Delfine anzusehen (oder zumindest nach ihnen zu suchen) ist sehr ärgerlich und wurmt uns beide. Nichts desto trotz brauchen wir einen Schlafplatz und den findet man eben am besten im hellen. Wir merken uns den Platz für unsere nächste Reise.

Fündig für die Nacht werden wir erst viel später uns kurz vor Sonnenuntergang weit in Richtung Inverness auf einer Straße die uns eine Familie als schöne Alternative zur Hauptroute empfohlen hat. Viele Gleise mit hohen Zäunen und ebenso hohen Büschen verhindern jedoch eine Sicht auf das Land, das dazwischen immer wieder hervor blitzt und uns ein wenig an Kanada erinnert. Daher bleibt der Nachmittag heute ohne nennenswerte Fotos und Stopps. Fündig werden wir direkt am Loch Dughaill (57°28’27” N 5°20’38” W). Wir können das Zelt nur wenige Meter entfernt vom Wasser aufschlagen und hoffen morgen früh einen herrlichen Ausblick genießen zu können. Jetzt werden wir erst einmal versuchen den Mücken zu entgehen indem wir uns tief im Schlafsack verkriechen und dann den Rehböcken lauschen.