Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 1

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Morgens um halb sechs klingelt der Wecker. Ein letztes Mal das Gepäck kontrollieren, Frühstücken und Proviant einpacken. Vor mir liegen knapp 150km in sieben Tagen. Zwar wird mein Gepäck von Tagesziel zu Tagesziel gebracht, aber mit knapp 15 Kilo Fotoausrüstung habe ich mir einiges vorgenommen. Zu viel?

Bevor es überhaupt richtig los gehen kann geht es mit Sack und Pack aus dem Hamburger Norden in den Süden, zum Hotel Deutsches Haus in Neugraben. Hier kann ich meine Reisetasche abgeben, meine Kamera auspacken und mich ein letztes Mal darauf einstellen auf was ich mich da eingelassen habe.

Nach noch einmal zwei Kilometern bin ich endlich am Start. Es ist halb zwölf, die ersten fünf Kilometer liegen hinter mir, sechsundzwanzig noch vor mir, aber den Füßen geht es gut, die Wanderschuhe tuen ihren Dienst und ohne Reisetasche und das Gewicht des Kamerarucksacks auf die Hüfte gebracht läuft es sich schon viel leichter. Also erstmal eine kleine Pause einlegen und noch einmal zu überlegen. Die erste Etappe ist die längste, ich bin zwar in Übung aber nicht auf eine solche Strecke eingelaufen, eine Karte bekomme ich erst heute Abend und ich bin noch nie einem Wanderweg gefolgt. Zum Glück bin ich auf meinem Weg nicht alleine.

Es braucht keine hundert Meter bis der Anblick der seichten Hügel über die sich die Heide legt, einen verzaubern und alle Sorgen beiseite fegen. Das kann nur grandios werden. In vielen Windungen drückt sich der Weg um und über Hügel hinweg, alle paar Meter ändert sich die Aussicht. Es braucht knapp zwei Kilometer bis wir den Wanderweg verloren haben. Zum Glück hat das Handy noch Empfang und der aus unbekanntem Grund eingepackte Kompass erweist sich als sehr nützlich.

Die Heide weicht dichtem Wald der nur so vor Mountainbikern wimmelt. Die Harburger Berge sind scheinbar ideal für einen Tagesausflug. Leider kann uns keiner helfen den Weg wieder zu finden. Also heißt es weiter mit Handy und Kompass orientieren. Kurzzeitig sichten wir dann auch wieder das weiße “H”, dass uns den Weg weist. Nur um es nach ein paar Kilometern wieder zu verlieren. insgesamt verlieren wir den Wanderweg an diesem Tag drei Mal, laufen Umwege und ungewollte Abkürzungen.

Unser erstes Ziel für diesen Tag heißt Buchholz. ein Ort der noch immer in weiter Ferne zu liegen scheint und einfach nicht näher kommen will.

Blick auf Langenrehm

Da wir spät gestartet sind und nicht zu spät am Hotel ankommen wollen laufen wir viel zu schnell, vor allem bei Temperaturen von über 25°C. Auf etwa halber Strecke neigt sich unser Wasservorrat dem Ende entgegen. Langsam fällt es schwer diesen landschaftlich so schönen Auftakt zu würdigen.

Um so dichter wir an Buchholz kommen, um so mehr bemerkt man die Autobahn und die Bundesstraße. Teilweise führt uns unser Weg direkt daran entlang. Ohne etwas fürs Auge werden die letzten Kilometer zu einem vor allem mentalen Kampf. Erstaunlichweise geht es körperlich sogar. Die Füße schmerzen zwar bei jedem Schritt, doch die Muskeln geben noch nicht auf. Lediglich der Kopf schreit wenn jeder Blick auf das Handy sagt: Noch vier Kilometer. Irgendwie sind es immer vier Kilometer. Egal wie weit man gelaufen ist, es bleibt dabei und so kann ich es kaum glauben als wir plötzlich fast am Hotel sind und es nach gerade einmal siebeneinhalb Stunden geschafft haben 26 Kilometern zu wandern.

Zum Abendessen wird dann zwar mehr gehumpelt als gelaufen, doch es geht nach einer kleinen Pause schon wieder. Zwischenzeitlich mochte ich gar nicht daran denken das ich am nächsten Tag wieder wandern muss. Ich hätte nicht gewusst wie ich mich dazu hätte überreden sollen. Bei einem ausgiebigen Abendessen fällt die Vorstellung schon deutlich leichter. Schließlich sind es morgen ja nur 15 Kilometer.

Tag zwei folgt dann in einer Woche. Bis dahin.

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