Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 4

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Nach einer langen und erholsamen Nacht beginnt der Tag mit einem steilen Anstieg. Heute liegen “nur” 17km vor mir. Das ist nur ein bisschen mehr als Tag zwei und ich bin deshalb trotz meines Fußes optimistisch. Dem geht es nach der Nacht deutlich besser. Schmerzfrei ist allerdings anders.

Steil – also für Heideverhältnisse – geht es den Wilseder Berg hinauf. Die Aussicht kann locker mit dem Brunsberg mithalten. Allerdings soll es zur Blütezeit der Heide hier so voll sein, dass man sich kaum bewegen kann. Gut das wir so früh dran sind, so sind wir gänzlich alleine und können in aller Ruhe den Blick über das Land genießen. Das Wetter meint es heute auch gut mit uns. Mehr Sonne und weniger Wolken.

Endlich zeigen sich auch mal ein paar seltenere Tiere. Eine Blindschleiche kreuzt meinen Weg. Schmetterlingsraupen kann man bei genauem Blick entdecken und Spinnen bauen spannende Netze in Holzstapeln und zwischen Ästen.

Hinter Niederhaverbeck verlassen wir den eigentlichen Heidschnuckenweg und nehmen die Variante “Osterheide” in Richtung Schneverdingen. Hier geht es hauptsächlich über breite Forstwege durch den Wald. Ein Trend der sich im Übergang zwischen Nord- und Südheide in den nächsten Tagen noch fort setzen wird.

Auch wenn ich mich inzwischen gut an die Art der Kennzeichnung gewöhnt habe und nur noch selten auf die Karte sehen muss schaffe ich es an diesem Tag den Weg an einer Abzweigung nicht zu finden. Es braucht drei Fehlversuche und einiges zielloses umher irren bis ich das nächste “H” gefunden habe und wieder auf Kurs bin.

Da die Strecke nicht besonders lang ist nehme ich mir viel Zeit um nach Motiven zu suchen, stehen zu bleiben und verschiedene Blickwinkel zu testen. In den letzten Tagen habe ich erstaunlich schnell gelernt wo die Grenzen meines Körpers sind und wie weit ich darüber hinaus gehen kann. Auch fällt es mir jetzt leicht die noch ausstehende Entfernung und die Zeit die ich dafür brauche einzuschätzen. Deshalb gönne ich mir eine schöne lange Pause auf einer einsamen Bank mitten in der Heide. Beobachte wie sich Vögel über das Kraut und zwischen den einsam stehenden Bäumen jagen, lausche den Rufen des Kuckucks. Ich bin mir sicher das es immer ein und der selbe ist, der mir voraus fliegt und sich gekonnt versteckt um mich zu ärgern.

Zum Schluss geht es noch einmal entlang eines kleinen Waldes auf schmalen Wegen und gleich könnte man gefühlt noch einmal so weit laufen wie bis hier her.

In Schneverdingen angekommen stelle ich fest, das meine Blase sich geöffnet hat und nur die Lage aus Blasenpflastern das schlimmste verhindert. Außerdem muss ich unbemerkt in einer Schonhaltung gelaufen sein um den Druck vom Ballen zu nehmen. Das hat mir allerdings einige weitere Blasen eingebracht.

Zu Tag 1

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