Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 5

 

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So langsam wird mit bewusst das sich die Reise schon wieder dem Ende entgegen. Zu Beginn hatte ich mich noch gefragt ob ich die Tage muskulär überhaupt durchhalte. Ich gehe zwar zuhause auch gerne meine zehn Kilometer spazieren, aber sieben Tage lang im Schnitt etwas über 20 Kilometer laufen ist dann doch eine andere Sache. Nach etwas über der Hälfte kann ich aber erstaunt feststellen das weder Kondition noch Muskeln ein Problem sind. Klar schmerzen abends die Füße, doch das legt sich inzwischen nach wenigen Stunden wieder. Meine Blase ist unter einer komplizierten Schicht aus Pflastern begraben und somit auch erträglich.

Heute geht es von Schneverdingen nach Bispingen. Unser Weg führt uns zuerst die Alternativroute des Heidschnuckenwegs zurück Richtung Hauptroute und dann entlang des E1 nach Süden. So bleibt uns mehr Landschaft und wir ersparen uns einige Kilometer durch kleine Dörfer. Heute wandere ich fast die komplette Strecke für mich. Bisher habe ich kaum Tiere vor die Linse bekommen. Von einigen Käfern mal abgesehen. Es ist ohnehin schwer beim wandern wilden Tieren zu begegnen.

Dülmener Pferde auf einer Weide in der Nähe des Hof Tütsberg

Anfänglich habe ich echt unterschätzt wie laut ich beim Gehen bin. Wenn erst einmal die Stadt mit all ihren Geräuschen weg fällt und der Gesang verschiedener Vögel einem bei jeden Schritt begleitet kommt einem die Welt so wunderbar leise vor. Doch um Wildtiere zu sehen bin ich bei jedem Schritt noch immer viel zu laut und es fehlt mir die Zeit so lange an einem Ort zu bleiben, dass sie sich wieder heraus trauen. Eigentlich müssten ich mir dafür ein kleines Zelt mit nehmen und an einem sehr ruhigen Ort einen ganzen Tag bleiben. Nunja, vielleicht das nächste Mal. Heute reduziere ich die meine Lautstärke indem Gespräche weg fallen und nur noch eine Lärmquelle vorhanden ist, statt drei. Zudem lasse ich mir bewusst für die 17 Kilometer Zeit. Es reicht ja wenn ich zum Abendessen im Hotel bin.

Und tatäschlich geht mein Plan auf. Viel früher sogar als gedacht. Nach nur knapp zwei Kilometern in der Heide wagt sich bei einer kurzen Rast ein Feldhase hinter mir über den Weg. Er lässt mir genug Zeit das Objektiv zu wechseln und ein paar Bilder zu machen, bevor er wieder in der Heide und aus meinem Sichtfeld verschwindet.

Weiter geht es, vorbei an der Alfred-Toepfer-Akademie, durch abwechslungsreiche Landschaft, von Heide über Wälder voller kleiner Seen und Felder. Ein Rohrweidenpärchen kreist über den Weizen und Roggenfeldern auf der Suche nach Beute. Überhaupt sind heute noch mehr Vögel als sonst zu sehen. Anstelle einzelner Tiere ziehen ganze Schwärme von Baum zu Baum.

Über lange gerade Strecken geht es bis kurz vor Beringen. Dort gibt es eine große Weide mit Dülmener Pferden. Die Stuten haben gerade Fohlen und sind freundlicherweise gerade dich am Weg. Eine gute Gelegenheit für eine Pause um ihnen zuzusehen und ein paar Fotos zu machen.

Etwas weiter biege ich dann auf den E1 nach Süden ab. In der Ferne ist der Snow Dome zu sehen. Ehrlich gesagt wird es ab hier recht langweilig. Die Landschaft besteht fast ausschließlich aus Landwirtschaft und so habe ich viel Zeit zum nachdenken bis ich schließlich das Hotel erreiche.