Wandern in der Lüneburger Heide – Tag 6

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Vor diesem Tag graust mir ein wenig. 23 Kilometer an Bahnschienen, Autobahnen und Vergnügungsparks entlang. Dazu haben sich dicke schwarze Wolken am Himmel breit gemacht. Der Wetterbericht sagt starke Schauer vorher.

Der Anfang ist jedoch noch gut. Entlang der Bahnstrecke des Heide-Express geht es durch dichten Wald. Mitten drin, Kilometer weg von Parkmöglichkeiten oder Häusern gibt es einen kleinen Abenteuerspielplatz.Von da ab wandern wir nicht nur an der Bahn, sondern auch entlang der Luhe. Einer dieser kleinen Flüsschen, die uns in der Heide schon des öfteren begegnet sind. Seine Quelle besteht aus mehreren kleinen Seen die wundervoll ruhig da liegen. Einige Bänke laden zum verweilen ein. Lediglich das Dröhnen der Autobahn direkt nebenan stört.

Doch an dieser geht es noch eine ganze Weile entlang, was das Bild von Natur ziemlich stört und eine Unruhe in mir aufkommen lässt. Zum Glück geht es bald darunter hindurch und es wird etwas ruhiger, auch wenn ich mich dafür jetzt wieder der Landwirtschaft nähere und den Forst hinter mir lasse. Von Westen rollt eine dunkle Wolkenfront über den Himmel, der kurzzeitig noch aufgeklart war. In der Ferne ist der Regen bereits zu erkennen. Auf einer kleinen Bank am Ende des Waldes halt ich noch einmal an, packe mich und die Kamera wasserdicht ein und ruhe mich noch ein paar Minuten aus. Kaum das ich weiter will erreicht mich die Regenfront und von jetzt auf gleich wird das Land mit einem schweren Schauer eingedeckt. Ich genieße den Anblick noch einen Moment bevor ich mich wieder auf den Weg mache.

200 Meter weiter lässt der Regen auch schon wieder nach und stimmt sich auf einen sanften Landregen ein. Dazu ist er angenehm warm und verschafft irgendwie gute Laune. Der Weg wird nun wieder erträglicher als ich gedacht hätte. Es geht zwischen Wald und Feld entlang, durch kniehohes Gras, später dann wieder in die Heide auf den Kreuzberg. Die Kamera bleibt jedoch erst einmal im Rucksack, denn es rollen immer wieder schwarze Wolkenbänder mit Schauern heran.

Hinter Deimern beruhigt es sich zwar wieder, dafür gelangen wir in die Ausläufer des Heideparks und damit auf breite Forststraßen ohne jeden wirklichen Reiz. Das bessert sich auch nicht als wir über den riesigen Parkplatz laufen. Erst ein paar Kilometer an einer großen Angelanlage wird die Aussicht für wieder besser. Alles in allem hat der Regen zwischendurch sehr gut getan und die Laune deutlich gehoben, die aufgrund der Wanderung entlang der Autobahn und über breite, eintönige Pfade nicht so gut war.

Diese Nacht im Hotel ist dann plötzlich auch die Letzte der Wanderung.